Luftsportverein Mönchsheide

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Vogelwelt

Vogelwelt auf der Heide

Turmfalke (Falco tinnunculus)

Turmfalke auf der Mönchsheide beim Rüttelflug. © Michael Pütsch

 

Merkmale

Der Turmfalke wird 35 cm groß, 200 bis 230 g schwer und erreicht eine Spannweite von 75 cm. Typisch sind seine langen spitzen Flügel und sein langer Schwanz. Das Männchen hat einen grauen Kopf und Schwanz, eine rotbraune Oberseite und eine braun gesprenkelte Brust. Das Weibchen ist auch am Kopf und Schwanz braun. Er steht häufig an einer Stelle flügelschlagend in der Luft (Rüttelflug).

Ähnliche Arten: Baumfalke, Wanderfalke, Sperber.

Vorkommen

Der Turmfalke ist in Europa weit verbreitet und in Deutschland neben dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel. Er hat wenig spezielle Ansprüche. Er jagt in der Kulturlandschaft auf Flächen mit niedriger Vegetation. Er siedelt sich auch in Großstädten an, die im Umfeld nahrungsreiche Jagdflächen aufweisen.

Nahrung

Der Turmfalke jagt von einer Ansitzwarte aus oder, wenn keine geeigneten Sitzwarten vorhanden sind, im Rüttelflug. Dabei steht er durch ständigen Flügelschlag auf der Stelle in der Luft und sucht Kleintiere am Boden. Hat er eine Beute entdeckt, stürzt er sich im Sturzflug auf diese herunter. Sein Jagdgebiet kann mehrere Kilometer vom Nistplatz entfernt sein. Seine Hauptbeute sind Wühlmäuse, deren Häufigkeit auch maßgeblich seine Nachwuchsrate bestimmt. Er schlägt aber auch Kleinvögel, Insekten und gelegentlich auch Fledermäuse. In der Stadt tritt er als Nesträuber bei Singvögeln auf.

 

Fortpflanzung

Mit eindrucksvollen Flugspielen beginnt die Balz der Turmfalken im März. Durch Brutplatztreue kann eine lebenslange Partnertreue entstehen. Das Weibchen schreitet erst dann zur Brut, wenn es vom Männchen bereits lange vor Brutbeginn ausreichend mit Mäusen versorgt wurde. Der Turmfalke baut keinen eigenen Horst, sondern ist auf Nester von Krähen oder anderer Greifvögel angewiesen. Gerne brütet er in Felsnischen, auf Kirchtürmen, Hochhäusern, Ruinen und nimmt Nisthilfen an. Mitte April bis Mitte Mai legt das Weibchen in eine einfache Nestmulde vier bis sechs Eier, die es 28 bis 32 Tage bebrütet. Das Männchen versorgt sein Weibchen und die Jungen mit Beute, das Weibchen füttert und bewacht die Jungen. Nach 27 bis 32 Tagen verlassen die Jungen das Nest, werden aber noch etwa vier Wochen von den Eltern mit Nahrung versorgt. Der älteste Ringvogel wurde 23 Jahre alt.

 

Gefährdung

Der Bestand der Turmfalken hat in intensiv genutzten Kulturlandschaften abgenommen. Die Auslage von Mäusegift ist für ihn gefährlich, da sich die Giftstoffe über die Aufnahme von vergifteten Mäusen in ihm anreichern. Nahrungsmangel führt zu einem geringen Bruterfolg. Verluste durch Straßenverkehr sind relativ häufig. Illegale Verfolgung kommt leider immer noch vor, genauso wie die Beseitigung und mutwillige Zerstörung von Krähenhorsten, auf die er angewiesen ist.

 

Luftfahrtspezifische Besonderheiten

Der Turmfalke ist ein häufiger Nahrungsgast auf Flugplätzen und Fluggeländen. Ihm kann durch die Anbringung von künstlichen Nisthilfen an hohen Gebäuden und durch das Aufstellen von Ansitzwarten geholfen werden. Wenn geeignete Nistmöglichkeiten zum Beispiel an Hallen vorhanden oder angebracht sind, brüten Turmfalken auch auf Flugplätzen und Fluggeländen. Luftige Begegnungen sind recht häufig.

 

(c) DAeC - Ausbildungsunterlagen Luftsport 2009