Luftsportverein Mönchsheide

...nur fliegen ist schöner!

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Natur und Umwelt ABA-Gebiete

ABA-Gebiete

Neue Darstellung in Luftfahrtkarten

In den Luftfahrerkarten der Deutschen Flugsicherung (ICAO) und der Fa. Jeppesen (VFR-Karten) sind seit 2007 Gebiete mit hohem Vogelaufkommen während der Rast- und Zugzeiten sowie Gebiete mit "besonders störsensiblen" (Großvogel-)Arten aufgenommen. Sie lösen die Vogelsymbole (Enten) ab, die sich als zu wenig aussagekräftig erwiesen haben.

Diese so genannten luftfahrtrelevanten Vogelgebiete (ABA = Aircraft relevant Bird Areas) wurden in der Arbeitsgruppe "Luftfahrt und Naturschutz" unter Leitung des BfN und dem DAeC in Zusammenarbeit mit den Vogelschutzwarten der Länder nach einheitlichen Kriterien ausgewählt. Innerhalb der AG erfolgte eine Beschränkung auf durch Luftfahrzeuge störsensible Großvogelarten und -gruppen wie z.B.: Kraniche, Großtrappen, Gänse, Wat- und Wasservögel, Birkhühner in Vorkommen von landes- bundes- bzw. europaweiter Bedeutung. Neben den Gebieten mit Großtrappen-, Steinadler- und Birkhuhnvorkommen wurden Flächen aufgenommen, in denen mehr als 10.000 Wat- und Wasservögel, bzw. mehr als 1.000 Kraniche rasten. Des Weiteren wurden Gebiete aufgenommen, in denen die Anzahl der rastenden bzw. brütenden Tiere 1% der biogeografischen Population einer Art erreicht. Rastende Kraniche an den Linumer Teichen in Brandenburg © LUA Brandenburg

Diese Größenfallen wurden eingesetzt, um nicht zu viele Gebiete in die schon mit vielen Lufträumen stark gegliederte Karte aufzunehmen. Insofern konnten nicht alle Gebiete erfasst werden, in denen unter Umständen auch mit hohem Vogelaufkommen gerechnet werden muss und in denen auch kleinere Vogelansammlungen durch tiefen Überflug gestört werden können.

Neue Kennzeichnung in der Luftfahrerkarte

Die neue Kennzeichnung der relevanten Gebiete zeigt dem Piloten die genaue Ausdehnung des Bereichs und gibt Aufschluss, in welchem Zeitraum mit dem besonderen Vogelaufkommen zu rechnen ist (z.B. 09-04 = September bis April): Einige Gebiete sind ganzjährig betroffen, andere nur während der Brut- oder Zugzeit. Störungen während der Brutzeit können dazu führen, dass die Elterntiere das Nest verlassen und das Gelege dann ungeschützt Feinden ausgeliefert ist oder so auskühlt, dass der Nachwuchs im Ei stirbt. Zugvögel brauchen ungestörte Rastplätze um Nahrungsreserven aufzunehmen. Der Weiterflug kann durch Störungen gefährdet werden.

Einige der Gebiete beherbergen zur Zugzeit mehr als 100.000 Wildgänse (Bislicher Insel, NRW oder Gülper See in Brandenburg) oder 70.000 Kraniche (Linumer Teiche, Brandenburg) die dort oft räumlich konzentriert rasten. Im Wattenmeer rasten mehrere Millionen von Wat- und Wasservögeln.

Empfehlung: Gesetzliche Mindestflughöhe einhalten oder umfliegen

Grossvögel auf dem Zug - Abstand halten! © Stephen ParkerUntersuchungen haben ergeben, dass in der gesetzlichen Mindestflughöhe bei Überlandflügen (für motorisierte Luftfahrzeuge) von 600 Metern über Grund die ABAs in der Regel gefahrlos für Mensch und Tier überflogen werden können. Die gesetzliche Mindestflughöhe schützt somit auch außerhalb der ABAs störungsempfindliche Vogelarten und beugt Unfällen durch Vogelschlag zumindest vor - ausschließen kann man es nicht.

Mit den ABAs sind keine unmittelbaren rechtlichen Vorgaben oder Einschränkungen verknüpft. Vielmehr sollen die Markierungen und Hinweise den Piloten ermöglichen, Risiken leichter zu erkennen und Störungen zu vermeiden. Daher wird ausdrücklich empfohlen, diese gesetzliche Mindestflughöhe einzuhalten. Sollte dies aus luftrechtlichen oder sicherheitsrelevanten Gründen nicht möglich sein, sollte das Gebiet umflogen werden.

Auf den Seiten des Bundesamtes für Naturschutz werden Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Gebieten bereitgestellt. Mit Hilfe der in der Luftfahrer-Karte im Gebiet angegebenen Nummer findet man schnell zum gewünschten Gebiet.

zur Gebietsauswahl

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) und die Deutsche Flugsicherung (DFS) unterstützen das Projekt.