Luftsportverein Mönchsheide

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Start Presseberichte Sicherheits-Fallschirmabsprung - Feb. 2009

Sicherheits-Fallschirmabsprung - Feb. 2009

Für den Fall der Fälle
Mönchsheider Piloten im 3. Trainingsbrunch

Auf die Frage besorgter Eltern, ob denn das Segelfliegen nicht zu gefährlich für ihr Kind sei, erhalten sie regelmäßig die Auskunft, das Gefährlichste am Fliegen sei der Weg zum Flugplatz. Und statistisch gesehen ist das auch korrekt: die Unfallzahlen im Straßenverkehr liegen weit über denen des Fliegens.

Woher also kommt dann die höhere Sicherheit beim Fliegen?Nun, es liegt an der Art der Ausbildung: jeder weiß, dass ein Flugzeug – einmal in sein Element Luft gestartet – auch wieder ordentlich landen muss. Man kann es nicht wie ein Fahrrad oder ein Auto mal eben am Straßenrand anhalten, um zu überlegen wie es denn nun weitergehen soll. Also müssen alle möglichen Vorgänge und Situationen vorher bekannt, geübt und beherrscht sein, ehe sich ein Pilot mit seinem Fluggerät in die Luft begibt.

Und so verläuft auch die Schulung: Schritt für Schritt und nach genauen Vorgaben der Ausbildungsrichtlinien des Deutschen Aero-Clubs erleben und erlernen die Flugschüler – Mädchen, Jungen oder Erwachsene - das Handwerk des Fliegens, am Doppelsteuer mit ihrem Fluglehrer oder ihrer Fluglehrerin. Das Leichteste zuerst - Fliegen, dann das Starten und das Landen. Allein fliegen darf ein Flugschüler aber erst, wenn er auch ungewöhnliche Situationen beherrscht, so zum Beispiel  Startunterbrechung, Landung aus ungewohnter Position oder verschiedene Wetterlagen. Ausreichend geübt, mental darauf vorbereitet und die notwendigen Handlungsabläufe „im Hinterkopf“ gespeichert, kann den Piloten dann kaum noch etwas überraschen.

Für den „Fall der Fälle“ – falls ein Flugzeug in der Luft nicht mehr steuerbar sein sollte, verursacht durch einen technischen Defekt, durch Zusammenstoß oder einen Bruch wegen Überlastung der Struktur – bleibt dem Segelflieger die Möglichkeit des Fallschirm-Absprungs.Der sehr seltene Fall eines erforderlichen Rettungsabsprungs kann verständlicherweise nicht praktisch geübt werden. Also wird diese Situation in einem intensiven "Mentalen Training" geübt, damit im Ernstfall die erforderlichen Abläufe und Handgriffe wie im Schlaf „sitzen“.

Und eben diese Aufgabe hatte am 15.02.2009 Jürgen Tantau übernommen, erfahrener Motor- und Segelflieger und Fallschirmspringer des Luftsportvereins Mönchsheide: beim 3. Trainingsbrunch hielt er einen Lichtbildervortrag „Rettungsabsprung“ für die zahlreich erschienenen Flieger. Aus seiner reichen Erfahrung (1000 Absprünge und viele Stunden Motorflug und Segelflug) führte er die Zuhörer sachlich und anschaulich in den Ablauf eines Fallschirm-Absprungs ein: von der Wirkungsweise eines Rettungsschirms, über seine Pflege und Behandlung und das richtige Anlegen des Gurtzeugs bis zu den denkbaren Situationen (Was kann überhaupt passieren ? In welchen Flugphasen kann das sein ?) und den notw endigen Entscheidungen, Maßnahmen und Handgriffen vom Verlassen des Flugzeugs bis hin zur Landung am Schirm.

Wenn auch niemand sich solche Situationen wünscht, so waren doch alle Piloten dankbar für diese Informationen, Hinweise und Erinnerungen eines erfahrenen Fallschirmspringers, die stark zum mentalen Training in stillen Stunden anregen und einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Flugsicherheit im Luftsportverein Mönchsheide darstellen. Der Beifall drückte das deutlich aus.